Inklusives Hallenfreibad interdisziplinär beleuchtet

Inkl Teaserbild Hallenbad  (Bild: TH Köln)

Das Hallenfreibad Höntrop steht seit Beginn der Weiterbildung "Strategien zur Inklusion" im Oktober 2016 als Beispiel inklusiver Prozessgestaltung im Fokus. Gemeinsam mit dem Förderverein des Hallenfreibads Höntrop erarbeiten die angehenden Prozessplanerinnen und Prozessplaner Inklusion ein Konzept für ein inklusives und nachhaltiges Schwimmbad.

Die inklusive und nachhaltige Umgestaltung des Hallenfreibads ist ein bisher einzigartiges Projekt.

Am 14. Januar 2017 sind sieben Dozentinnen und Dozenten des Kompetenzzentrums Soziale Innovation durch Inklusion mit 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der wissenschaftlichen Weiterbildung „Strategien zur Inklusion“ nach Bochum gereist – mit dem Ziel, möglichst viele Daten in Höntrop zu erheben, um sie für die weitere Erstellung eines inklusiven Schwimmbad-Konzepts nutzbar zu machen.


Der Tag begann mit der Begehung des Hallenfreibads in Höntrop. Dabei standen Fragen im Zentrum wie: Wer kann das Schwimmbad besuchen? Welche Türen sind barrierefrei? Wie muss ein Leitsystem eingesetzt werden? Können sich alle Nutzerinnen und Nutzer auf ihrem Weg zum oder vom Schwimmbad sicher fühlen und können sich Interessierte über die Angebote des Hallenfreibads informieren?

Im Bochumer Haus der Begegnung waren interessierte Menschen anschließend eingeladen, sich zu beteiligen. Frau Prof. Brigitte Caster gestaltete den Einstieg in die Veranstaltung und zeichnete in wenigen Worten das Inklusionsverständnis des Kompetenzzentrums für Soziale Innovation durch Inklusion auf:

Es geht uns nicht darum, andere in ein bestehendes System einzuschließen, sondern mehr darum, andere von der Möglichkeit der Teilhabe nicht auszuschließen!

Denn was viel zu oft vergessen wird:

Erst die Teilhabe ermöglicht auch die Teilgabe derjenigen, die erst in der inklusiven Situation selbstverständlich dabei sein und ihre besonderen Fähigkeiten einbringen können. Darauf kann unsere Gesellschaft nicht verzichten.

Die Bürgerbeteiligung wurde methodisch als sogenanntes "World Café" gestaltet und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Weiterbildung moderiert. Dazu wurde ein Leitfragenkatalog entwickelt und nach den Perspektiven "Baulich-Planerisch", "Soziales", "Kommunikativ" und "Wirtschaftlich" aufgeteilt. Alle Beteiligten saßen in einem der vier voneinander getrennten Stuhlkreise und konnten ihre Meinung zur jeweiligen Perspektive einbringen, bevor nach 20 Minuten das Signal zum Wechsel des Stuhlkreises ertönte. In vier Runden konnte so jede anwesende Person zu den vier Dimensionen Auskunft geben und sich umfassend beteiligen. Alle Ergebnisse wurden auf Flipcharts visualisiert und protokolliert.

Die Veranstaltung wurde von vielen Interessierten und von Vertreterinnen und Vertretern aus dem Rat der Stadt Bochum, der Bezirksvertretung, der Verwaltung, der Hochschule für Gesundheit, der Ruhr-Universität Bochum, der Evangelischen Hochschule RWL, der Bochumer Inklusionskonferenz, des Stadtsportbundes, des Netzwerkes Inklusion der freien Wohlfahrtsverbände, der AG-Behinderte, der Blinden- und Sehbehindertenvereine NRW, der Gehörlosenberatung, der Deutschen Rheuma-Liga NRW, der Lebenshilfe, der Elterninitiative Menschenskinder, des Frauenbeirates, der ZWAR Basis-Gruppe Höntrop und aller dem Förderverein nahestehenden Wassersportvereine besucht. Aufgrund der lebhaften Teilnahme und der guten Gespräche konnten die Beteiligten der TH Köln viele wertvolle Ideen mit nach Köln nehmen. Dieses Material wird nun gesichtet, ausgewertet und dokumentiert. Im Verlauf der Weiterbildung "Strategien zur Inklusion" wird dann ein inklusives Konzept für das Hallenfreibad Höntrop erstellt, das den interessierten Personen in Bochum im Sommer 2017 zur Verfügung gestellt werden soll.

Januar 2017

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