Datenwissenschaften für die Industrie 4.0

Datenanalyse, Optimierung und Simulation für vielfältige Anwendungen: das neue Institut für Data Science, Engineering, and Analytics (IDE+A) am Campus Gummersbach der TH Köln wurde feierlich eingeweiht.

28.9.2018 - An der Schnittstelle zwischen Informatik und Ingenieurwissenschaften forscht und arbeitet das neue Institut für Data Science, Engineering, and Analytics (IDE+A) am Campus Gummersbach der TH Köln. An diesem Hochschulstandort sind beide Wissenschaftsbereiche vertreten. „Deshalb sind wir hier am Campus ideal angesiedelt“, sagt Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein, der Institutsdirektor. „Wir befassen uns mit allem, was mit Datenverarbeitung zu tun hat. In diesem Bereich gibt es eine enorme Nachfrage. Besonders im Hinblick auf die Digitalisierung der Industrie – Stichwort Industrie 4.0“, erklärt Bartz-Beielstein. „Wir wollen in diesem Bereich Leuchtturm sein für die TH.“

Im Beisein von rund 100 Gästen aus Forschung, Wirtschaft und Politik wurde das neu gegründete Institut nun offiziell eingeweiht. TH-Präsident Prof. Dr. Stefan Herzig betonte die Relevanz von Instituten als „Herberge wissenschaftlicher Identität“. Insbesondere Studiengänge für Datenwissenschaften hätten derzeit Konjunktur. „Daten und Algorithmen werden zukünftig in alle Lebensbereiche hineinwirken.“, so Prof. Herzig. Der kompetente Umgang mit Daten und ihrer Bearbeitung werde bald zu den Grundkompetenzen gehören, wie heute Lesen, Schreiben und Rechnen. Mit dieser und weiteren geplanten Institutsgründungen, wie in den Bereichen Medieninformatik und Softwareentwicklung, stelle sich die Hochschule für die kommenden Jahrzehnte auf.  

Sieben Mio. Euro Forschungsmittel

Das IDE+A ist hervorgegangen aus der Forschungsgruppe SPOTSEVEN, die vor rund zehn Jahren gegründet wurde. Seit ihrer Gründung hat die Forschungsgruppe insgesamt über sieben Mio. Euro Forschungsmittel eingeworben. Das Institut hat 20 Mitglieder, unter ihnen 14 Promovenden. Es beschäftigt sich vor allem mit Optimierung, Modellierung und Simulation und hat seine Schwerpunkte in den Ingenieurwissenschaften und den Naturwissenschaften. Der Anwendungsbereich ist sehr breit: Umwelt- und Anlagentechnik sowie Design-Optimierung für die Luft- und Raumfahrtindustrie gehören ebenso dazu wie Medikamentenentwicklung und Industrie 4.0-Projekte.

Anspruch ist, gemeinsam mit regionalen und internationalen Partnern Lösungen für die Probleme aus der Praxis zu finden. „Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und der Hochschule ist schon legendär“, sagte Bernhard Opitz, Chef der Firma Opitz Consulting und Vorsitzender des Fördervereins für den Campus Gummersbach. „Die Zusammenarbeit muss aber noch enger werden, weil die Entwicklungen immer schneller werden. Es ist also wichtig, dass die Hochschulen immer das Ohr am Gleis haben und mitbekommen, was gerade an der Front passiert“, sagte Opitz. 

Prof. Dr. Klaus Becker, Vizepräsident der TH Köln und zuständig für Forschung und Wissenstransfer, sieht das neue Institut als weiteren Baustein für das Netzwerk auf Wissenschaft und Wirtschaft. „Das gesamte Spektrum, wie man Wissenschaft betreiben kann, wir hier beispielhaft umgesetzt - mit einem hochmodernen Thema.“ Institutsleiter Prof. Dr. Bartz-Beielstein betonte auch, dass sein Institut mit seinem Kooperationsangebot und damit auch die TH im Internet besser wahrgenommen wird. Das gelte auch für Studierende, die einen passenden Studiengang suchen.

Und auch die lokale Politik ist begeistert. Dr. Gero Karthaus als Sprecher der oberbergischen Bürgermeister sagte: „Wir sind hocherfreut, wie sich dieser Campus hier in der Region entwickelt hat.“

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